Unnötige Stromfresser im Haushalt

Einsparungen bei der Stromrechnung lassen sich nicht nur durch einen Wechsel des Energieversorgers, sondern mit großer Effizienz mittels der Abschaltung oder Abschaffung unnötiger Stromfresser im Haushalt erzielen. Dass Haushalte ihren Kühlschrank im Winter ausstellen und die zu kühlenden Lebensmittel auf dem Balkon aufbewahren, stellt eine Extremlösung dar. Weitere überflüssige Verbrauchsgeräte lassen sich leicht abschalten.

Der Radiowecker war in früheren Jahren die beste Methode, um sicher und auf angenehme Weise morgens geweckt zu werden. Heute verfügt jedes gute Handy über eine Weckfunktion, welche selbst bei ausgeschaltetem Gerät funktioniert. Eine neben dem Bett liegenden Armbanduhr zeigt die Zeit ebenso zuverlässig wie der Radiowecker an, verbraucht aber keinen Strom.

Computernutzer neigen dazu, ihren Drucker während des gesamten Tages im Betriebszustand zu halten. Tatsächlich drucken sie noch nicht einmal eine einzige Seite pro Tag. Wer den Drucker erst einschaltet, wenn er diesen tatsächlich benötigt, verringert seine Stromkosten spürbar. Der Stromverbrauch eines Computers richtet sich danach, wie viele Tätigkeiten er gleichzeitig durchführen muss. Das Schließen nicht benötigter Fenste macht sich somit ebenso wie die Deaktivierung aktuell nicht benötigter Funktionen durch einen verminderten Energiebedarf bezahlt.

Hintergrundmusik neben der Hausarbeit beflügelt. Seit dem Aufkommen der Musiksender läuft in immer mehr Haushalten das Fernsehgerät, auch wenn parallel zum Arbeiten nur der Ton wahrgenommen wird. Ein Radio ist mit einem deutlich niedrigeren Stromverbrauch als ein Fernseher verbunden und unterhält ebenso während der Hausarbeit. Wer am Abend regelmäßig vor dem Fernsehgerät einschläft, verbindet dieses mit einer Ausschaltautomatik und vermeidet auf diese Weise, dass ein Strom verbrauchendes Gerät unnötig weiterläuft.

Familien verschwenden häufig unnötig Strom, indem sie das Licht im Flur während der Nacht nicht löschen. Auch wenn moderne Energiesparlampen zu einer spürbaren Einsparung gegenüber herkömmlichen Glühlampen beitragen, summiert sich ihr Stromverbrauch bei ununterbrochener Nutzung zu einem beachtlichen Betrag. Preiswerter sind Notleuchten oder ein Bewegungsschalter, welcher das Licht erst einschaltet, wenn jemand den Flur betritt.

Beendet der Auszug den Stromliefervertrag?

Zu Beginn der Liberalisierung begründete der Auszug aus der versorgten Wohnung nicht nur in der Grundversorgung, sondern auch bei Sonderverträgen ein Sonderkündigungsrecht des Stromvertrages. Dieses wurde im Zuge der Marktrollentrennung abgeschafft, so dass der bestehende Liefervertrag auf die neue Wohnung übergeht. Voraussetzung ist jedoch, dass der Lieferant dort zu den selben Bedingungen wie an der bisherigen Versorgungsstelle liefern kann und dass der Kunde weiterhin Stromabnehmer ist. Des Weiteren lässt sich der bisherige Stromvertrag nicht fortsetzen, wenn für die neue Wohnung bereits ein Liefervertrag besteht. Das ist bei der Aufgabe einer Zweitwohnung der Fall, aber auch wenn der Kunde länger als sechs Wochen beide Wohnungen unterhält.

Auch wenn der Umzug kein automatisches Sonderkündigungsrecht mehr bewirkt, akzeptieren die meisten Lieferanten aus pragmatischen Gründen die Angabe einer Wohnungsaufgabe als außerordentlichen Kündigungsgrund. Wenn die neue Wohnung in einer anderen Stadt liegt, kann der bisherige Anbieter wegen unterschiedlicher Netznutzungsentgelte häufig nicht zu den bisherigen Bedingungen Strom liefern, so dass sich ein Sonderkündigungsrecht wegen einer Preisänderung ergibt. Bei Umzügen innerhalb der Stadt lässt sich für den bisherigen Versorger nicht mit vertretbarem Aufwand feststellen, ob der Kunde weiterhin Strom bezieht oder der Stromvertrag durch einen Mitbewohner abgeschlossen wurde. Der Netzbetreiber erteilt eine Auskunft über das aktuelle Nutzungsverhältnis nur, wenn der anfragende Versorger die Zählernummer in seiner Anfrage angibt; die Adresse der Versorgungsstelle reicht nicht aus. Der bisherige Stromkunde übermittelt seinem bisherigen Stromlieferanten zwar die Zustellanschrift für die Schlussrechnung, die Stromzählernummer teilt er aber nur bei gewünschter Vertragsfortdauer mit.

Auch wenn kein generelles Sonderkündigungsrecht nach einem Wohnungswechsel besteht, lässt sich die Stromlieferung vertraglich auf eine konkrete Versorgungsstelle beschränken. Davon machen immer mehr Stromanbieter Gebrauch, so dass eine vertraglich vereinbarte Vertragsbeendigung an die Stelle des früheren Sonderkündigungsrechts tritt. In der Grundversorgung gilt die bisherige außerordentliche Kündigungsmöglichkeit bei einem Umzug weiter, allerdings können Verbraucher Grundversorgungsverträge für die Stromlieferung ohnehin jederzeit mit einer Frist von lediglich vierzehn Tagen kündigen.

Investitionen in erneuerbare Energien sind weiterhin sinnvoll

Die Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon führt zu Zweifeln an der Effektivität einer finanziellen Beteiligung an Energieerzeugungsanlagen. Erneuerbare Energien bieten jedoch weiterhin gute Renditeaussichten, wenn Anleger einige Grundsätze beachten.

Prokon ist keineswegs an einem schlechten oder nicht marktreifen Produkt gescheitert. Die wichtigsten Ursachen für die Insolvenz waren vielmehr überhöhte Garantierenditen und zu kurze Kündigungsfristen für Anleger. Erneuerbare Energien bieten langfristig gute Erfolgsaussichten, so dass Genussscheine mit angemessen langen Rücknahmefristen durch den Emittenten ausgestattet sein sollten. Wenn sich Investoren schnell von ihren Anteilen trennen wollen, steht ihnen der Verkauf ihrer Anteile an andere Anleger offen. Windräder und andere Anlagen zur ökologischen Stromerzeugung bieten dank der Einspeisegarantie gute Voraussetzungen für sichere Gewinne. Schädlich für die Qualität der Geldanlage ist aber, wenn die vom Emittenten zugesagte Garantieausschüttung höher als der sichere Jahresgewinn aus der Stromproduktion ausfällt. Zusätzlich zum überhöhten Garantiezins hat eine zu intensive und zu kostspielige Werbung zur Prokon-Insolvenz beigetragen. Der direkte Erwerb von Anteilen an Energieerzeugungsanlagen lohnt sich weiterhin, wenn das diese betreibende Unternehmen eine realistische Mindestverzinsung anbietet. Regionale Stadtwerke ermöglichen die direkte Beteiligung an einzelnen Erzeugungsanlagen für Ökostrom durch die Zeichnung von Genussscheinen oder den Kauf von Anteilsscheinen. Sie versprechen eine angemessene Mindestrendite und eine vom tatsächlichen Geschäftserfolg abhängige zusätzliche Vergütung. Eine Alternative zu Anleihen und Genussscheinen stellt die Finanzierung einer Ökostrom-Anlage durch einen geschlossenen Investmentfonds dar.

Der regelmäßige Erwerb von Anteilen an offenen Energiefonds bietet privaten Geldanlagern die Möglichkeit, sich mit einem geringen monatlichen Betrag an der Förderung erneuerbarer Energien zu beteiligen und nach einiger Zeit einen attraktiven Gewinn zu erzielen. Im Vergleich zum ebenfalls möglichen Erwerb einzelner Aktien bietet die Fondsanlage eine breite Risikostreuung, da jeder Investmentfonds Wertpapiere unterschiedlicher Anbieter besitzt. Neben reinen Energiefonds stehen Anlegern weitere nach ökologischen und sozialen Kriterien anlegende Cleantech-Fonds zur Verfügung. Der jeweilige Verkaufsprospekt informiert über die zur Anwendung kommenden Richtlinien an den Umweltschutz und an den fairen Umgang mit Mitarbeitern.

Wie der Schwimmbadbesuch den Stromverbrauch verringert

Wir bewegen uns viel zu wenig. Ein Besuch im Schwimmbad trägt nicht nur zur Verbesserung der Bewegungsbilanz bei, sondern kann auch die Stromrechnung und den Wasserverbrauch verringern.

Alle Hallenbäder und die meisten Freibäder verlangen von ihren Badegästen, dass sie vor dem Betreten des Beckens duschen. In den meisten Bädern kontrollieren die Bademeister die Einhaltung dieser Vorschrift und weisen Badegäste, die an der Dusche vorbei in das Bad gelangen wollen, ebenso freundlich wie bestimmt zurück. Die Notwendigkeit, vor dem Schwimmen eine Dusche aufzusuchen, lässt sich zum Stromsparen nutzen.

Wenn Badegäste nicht während des Tages, sondern bereits am frühen Morgen das Schwimmbad besuchen, müssen sie nicht zusätzlich im eigenen Badezimmer duschen. Der Besuch der Dusche im Schwimmbad ist ohnehin obligatorisch und auch erforderlich, wenn der Badegast frisch geduscht in der Halle oder im Freibad ankommt. Der Bademeister kann schließlich nicht wissen, welche Gäste verschwitzt sind und welche Besucher direkt aus ihrer eigenen Dusche kommen. Ein Duschgang kostet etwa einen Euro, die genauen Kosten richten sich nach der Länge des Duschens sowie nach den zu zahlenden Preisen für Wasser und Strom. Dieser Euro lässt sich einsparen, indem Badegäste das Schwimmbad an einem freien Tag oder während ihrer Spätschicht am frühen Morgen besuchen und auf die heimische Dusche verzichten. Eine Doppeldusche innerhalb eines kurzen Zeitraums ist für die Haut ohnehin nicht zu empfehlen. Bedenken hinsichtlich eines möglichen Körpergeruchs auf dem Weg zum Schwimmbad sind unnötig, wenn der Badegast mit dem Fahrrad dorthin fährt. Bei der Verwendung öffentlicher Verkehrsmittel überdeckt eine geringe Menge an Deodorant oder Parfüm den morgendlichen Körpergeruch ebenfalls für den kurzen Zeitraum bis zum Erreichen des Bades. Saubere Kleider zum Anziehen nach dem Schwimmbadbesuch lassen sich leicht in der Sporttasche mitnehmen. Den Besuch der Dusche nach dem Aufenthalt im Wasser schreibt die Badeordnung zwar nicht vor, er ist zum Abspülen der Chlorreste von der Haut dennoch sinnvoll.

Ölabscheider

Ein Ölabscheider ist erforderlich, wenn anfallende Öle im Abwasser das Wasser verschmutzen können. Wichtige Einsatzgebiete der Ölfilter von 3nine oder anderen Herstellern sind Tankstellen, Autowerkstätten und Waschstraßen. Die Gefahr der Wasserverschmutzung durch auslaufendes Öl ist der Hauptgrund für das Verbot der Autowäsche auf dem eigenen Hof. Diese war bis in die 1970er Jahre weitgehend üblich, ist heute jedoch nicht mehr statthaft. Zudem ist der Besuch einer Waschstraße auch wirtschaftlich sinnvoll, da alleine für das Erwärmen des zum Autowaschen benutzten Wassers eine große Menge an Strom benötigt wird. Zudem spart die Waschstraße dem Autobesitzer Arbeit und bewirkt eine gleichmäßige Außenreinigung des Kraftfahrzeuges.

Ölabscheider unterliegen strengen Wartungsvorschriften. Einmal je Monat ist eine vereinfachte Kontrolle durch einen Sachverständigen durchzuführen. Dabei prüft er neben der Schichtdicke, ob die Alarmfunktion bei einer erreichten Ausschöpfung der Sammelfähigkeit des Ölabscheiders ebenso wie dessen automatische Schließung in diesem Fall funktioniert. Des Weiteren führt der Sachverständige eine einfache Sichtkontrolle des Wasserstandes sowie einer eventuell eingetretenen Verstopfung des Ölabscheiders durch. Im Rahmen der erweiterten halbjährlichen Wartung kontrolliert der Sachverständige den Koaleszenzeinsatz und reinigt diesen. Des Weiteren führt er bei Bedarf die Reinigung und die Entleerung des Ölabscheiders durch. Die vorgeschriebenen Reinigungsintervalle lassen sich auf ein Jahr erweitern, wenn die Anlage ausschließlich der Reinigung von Regenwasser dient. Als Sachkundiger kann ein Mitarbeiter ebenso wie der Eigentümer der Tankstelle, der Waschanlage, der Kfz-Werkstatt oder eines vergleichbaren Betriebes wirken, nachdem er durch den Hersteller des Ölabscheiders oder eines Berufsverbandes einschließlich der Industrie- und Handelskammer eingewiesen wurde.

Die Wirksamkeit eines Ölabscheiders beruht darauf, dass sich Fette und Wasser nicht beziehungsweise schwer miteinander vermischen. Die Anlage setzt sich aus den drei Bestandteilen Schlammfang, Abscheider und Probenentnahme zusammen und fasst zwischen sechshundert und fünftausend Litern. Moderne Abscheider müssen über einen selbsttätigen Abschluss verfügen, damit bei starker Beanspruchung kein Öl unkontrolliert in den Wasserkreislauf gelangen kann. Weitere Zubehörteile eines Ölabscheiders sind die Steuereinheit sowie zwei Sonden, wovon eine die Ölschichtstärke misst und die zweite den Aufstau regelt.

Wie ökologisch ist Wasserkraft?

Wasserkraftwerke sind keine vollkommen neue Erfindung, denn an natürlichen Wasserfällen wurden bereits im Mittelalter Mühlen errichtet. Hinsichtlich der Ökobilanz erfolgt die Bewertung der Wasserkraft nicht eindeutig, zumal moderne Kraftwerke mit wesentlich mehr Eingriffen in die Natur als frühere Wassermühlen verbunden sind. Das trifft in einem erhöhten Maß zu, wenn für die Stromerzeugung nicht nur vorhandene natürliche Quellen wie Wasserfälle genutzt, sondern Stauseen und andere Kunstbauten angelegt werden. In vielen Bundesstaaten der USA gilt der aus Wasserkraft gewonnene Strom wegen der starken Eingriffe in die Natur nicht als förderungswürdige Energie aus erneuerbaren Quellen.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft nutzt eine natürliche Ressource und verbraucht diese nicht. Zugleich entsteht wegen der nicht stattfindenden Verbrennung kein klimaschädliches Gas. Dieser Vorteil gilt allerdings nicht für den Betrieb von Stauseen, da es hierbei zu einer starken Methanbildung kommt. Für die Errichtung einer Wasserkraftanlage wird zwar Energie benötigt, während ihrer Lebensdauer erzeugt das Kraftwerk jedoch eine wesentlich größere Strommenge als für seine Errichtung aufgewendet wurde. Problematisch ist bei großen Wasserkraftwerken jedoch, dass ihr Betrieb in den natürlichen Lauf von Gewässern eingreift. Auf diese Weise verringert sich die Fließgeschwindigkeit eines Flusses oder Baches, wodurch Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem entstehen. Für Fische und andere Wasserlebewesen bilden Wasserkraftwerke Hindernisse auf dem Weg durch den Fluss. Frühere Mühlräder haben zumeist nur einen Teil der Wasserfläche eingenommen, so dass die Tiere auf ihren Wanderungen an diesen vorbeikamen. Moderne Wasserkraftanlagen nehmen hingegen oftmals die gesamte Breite eines Flusses ein. Damit Wanderfische dennoch die entsprechenden Anlagen passieren können, werden bei neuen Anlagen Fischtreppen beziehungsweise Fischaufstiege errichtet. Diese ermöglichen Fischen ihre natürlichen Wanderungen zu Laichplätzen.

Eine besondere Situation entsteht bei der Verwendung von Wasser als Speichermedium in Pumpspeicherkraftwerken. Da es sich bei deren Becken um Kunstbauten handelt, greift ihr Betrieb nicht in natürliche Gewässer ein. Ihr Bau ist jedoch mit einem großen Landschaftsverbrauch verbunden.

Wann verweigern Netzbetreiber die Stromdurchleitung?

Die Marktrollentrennung schreibt vor, dass Energieunternehmen ihren Netzservice und ihren Vertrieb voneinander trennen. Zugleich ist der Netzbetreiber grundsätzlich verpflichtet, für alle Stromlieferanten den Strom zu identischen Bedingungen weiterzuleiten. Von dieser Verpflichtung bestehen Ausnahmen, wenn der Stromversorger seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Verteilnetzbetreiber nicht nachkommt.

Verbraucher finden auf ihrer jährlichen Stromrechnung den Rechnungsbetrag nach zahlreichen Positionen aufgeschlüsselt, worunter auch die Kosten für die Netznutzung fallen. Diese richten sich nach der Menge des bezogenen Stroms und sind vom Stromversorger an den Verteilnetzbetreiber zu zahlen. Des Weiteren erhebt der Netzbetreiber im Auftrag der jeweiligen Gemeinde die Konzessionsabgabe und leitet diese an die Kommune weiter. Das Entgelt für die Netznutzung unterliegt der Aufsicht durch die Netzagentur. Diese genehmigt die beantragten Netznutzungsentgelte, wenn diese die Kosten widerspiegeln und keine überhöhten Gewinne bewirken. Der Genehmigungsvorbehalt der Netzkosten ist sinnvoll, da hinsichtlich der Netznutzung kein Wettbewerb möglich ist.

Die Verteilnetzbetreiber können mögliche Zahlungsausfälle nur begrenzt in ihre Preiskalkulation einfließen lassen, da die Netzagentur an deren Plausibilität strenge Maßstäbe anlegt. Zugleich besteht die Verpflichtung zur Abführung der Konzessionsabgabe auch, wenn der Netzbetreiber die dafür berechneten Einnahmen nicht erhält. Da der Betrieb der Stromnetze ebenfalls mit Kosten verbunden ist, sind Verteilnetzbetreiber auf die ordnungsgemäße Begleichung ihrer Rechnungen angewiesen. Sie dürfen Stromversorgern die weitere Stromdurchleitung durch ihre Netze untersagen, wenn diese das dafür berechnete Entgelt über einen längeren Zeitraum nicht bezahlen.

Das übliche Verfahren bei wiederholten Zahlungsversäumnissen eines Stromlieferanten besteht darin, dass die Netzbetreiber von ihnen Vorkasse verlangen. Wenn der Lieferant diese nicht leistet, kündigen die Verteilnetzbetreiber den Durchleitungsvertrag. Eine Insolvenzanmeldung führt grundsätzlich zu einer Kündigung des Netznutzungsvertrages, in den bisherigen Fällen hatten zumindest einige Netzbetreiber den insolventen Versorgern bereits zuvor gekündigt.

Für den Verbraucher bedeutet die Kündigung der Netznutzungsvertrages, dass sein bisheriger Stromversorger keine Belieferung mehr vornehmen kann. Er fällt automatisch in die Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger und muss keinen Unterbrechung der Stromlieferung befürchten.

Ökologische Probleme bei Windrädern

Windräder verbrauchen bei ihrer Stromerzeugung keine primären Energieträger, da ihre einzige Energiequelle der in den meisten deutschen Gebieten regelmäßig und ausreichend wehende Wind ist. Die bei der Erzeugung und dem Transport von Windrädern benötigte Strommenge ist durchaus beachtlich, wird aber durch die Erzeugungsleistung jeder einzelnen Windkraftanlage bereits nach wenigen Jahren ausgeglichen. Somit bieten Windräder augenscheinlich ideale Bedingungen für eine umweltgerechte Stromerzeugung. Tatsächlich sind Windkraftanlagen jedoch nur ökologisch, wenn bei ihrer Errichtung auf Naturschutzbelange geachtet wird.

Die größte Herausforderung an die Planung neuer Windkraftanlagen besteht darin, die Windräder an Orten aufzustellen, wo sie Zugvögeln nicht gefährlich werden. Die Tiere erkennen ein Windrad nicht als Gefahrenquelle, so dass viele von ihnen qualvoll in den Flügeln verenden. Da Zugvögel üblicherweise bewährten Routen folgen, lässt sich die von einer Windkraftanlage ausgehende Gefahr für die Vogelwelt verringern. Voraussetzung ist lediglich, die Windräder außerhalb der Flugrouten von Zugvögeln aufzubauen. In der Vergangenheit haben Ingenieure bei der Planung von Windkraftanlagen nicht hinreichend mit Biologen zusammengearbeitet, so dass viele Anlagen exakt in typischen Vogelzuggebieten stehen und für viele Zugvögel zur tödlichen Falle werden. Wenn diese Standorte künftig vermieden werden, erhöht sich die positive Ökobilanz von Windstrom beträchtlich.

Auch Offshore-Anlagen zur Erzeugung von Windstrom sind ökologisch nicht unbedenklich, wobei Meeresbiologen zwei entgegengesetzte Auffassungen vertreten und mit Beispielen belegen. Einheitlich sind sie sich hinsichtlich der Lärmbelästigung während der Bauphase eines Offshore-Windparks. Die dabei entstehende Geräuschkulisse irritiert die Orientierung von Schweinswalen und anderen auf ihr Gehör angewiesenen Tieren. Ob der Betrieb von Offshore-Windanlagen ebenfalls zu einer Lärmverschmutzung im Meer und damit zu Orientierungsverlusten von Meeressäugern führt, ist hingegen umstritten. Einige Biologen führen als Vorteil der Anlagen an, dass die Artenvielfalt nach dem Bau der Anlagen zunimmt. Im Gegensatz zu Zugvögeln sind auf dem Meer jagende Vögel offensichtlich in der Lage, die Gefahr zu erkennen und ihre Beute nicht in der Nähe der Rotorblätter zu suchen.

Sind Windkraftanlagen Sehenswürdigkeiten oder negativ für das Landschaftsbild?

Wenn Orte vom Fremdenverkehr leben, wehren sich Bürgermeister gemeinsam mit Betreibern von Hotels und Restaurants mitunter gegen den Bau von Windkraftanlagen. Sie befürchten, dass Windräder sich negativ auf das Landschaftsbild auswirken und künftig Gäste ausbleiben werden. In einigen Fällen wurde sogar von einer Verschandlung der Naturlandschaft durch Windräder gesprochen. Andere Orte haben hingegen Windräder in ihr touristisches Angebot integriert und bewerben diese als zusätzliche Sehenswürdigkeiten.

Eine Störung der Nachtruhe entsteht durch Windräder nicht, da diese wegen des mit ihrem Betrieb verbundenen Geräuschpegels außerhalb von Wohngebieten errichtet werden. Inzwischen achten Kommunen auch darauf, Windkraftanlagen nicht in der Nähe von Campingplätzen und Badestränden zu planen. Auch die Platzierung von Windrädern neben einer Sehenswürdigkeit wie einer alten Burg ist nicht empfehlenswert und wird in den meisten Fällen vermieden. Von auf ihren Wanderwegen stehenden Windrädern fühlen Touristen sich hingegen kaum gestört. Sie nehmen diese vielmehr als Bestandteil der örtlichen Wirtschaft wahr und betrachten sie durchaus als Sehenswürdigkeiten. Einige Gemeinden fördern diese Betrachtungsweise und veranstalten Vorträge zur örtlichen Windenergieerzeugung und bieten Führungen durch den Windpark an. Touristen nehmen diese Angebote gerne wahr und erhalten auf diese Weise einen Einblick in die Energieerzeugung aus Windkraft.

Einige Windkraftanlagen sind mit Aussichtsplattformen ausgerüstet und bieten Touristen somit die Möglichkeit eines weiten Blicks über die Landschaft. In Aachen steht die Besucherwindanlage Windfang, wo eine Wendeltreppe auf die von einer Glaskapsel umgebende Aussichtsplattform führt. Eine weitere Windkraftanlage mit Aussichtsplattform wurde für die Weltausstellung im Jahr 2000 auf dem Kronsberg in Hannover-Bemerode erbaut. Die älteste deutsche Windkraftanlage mit einer entsprechenden Plattform steht seit 1998 im ostfriesischen Holtriem. Die gesamte Anlage besteht aus vierzig Windrädern, von diesen trägt eines die Aussichtskuppel. Die Anlage hat die Einnahmen der nicht direkt an der Nordseeküste gelegenen Gemeinde durch den Tourismus spürbar erhöht. Die Stadt Zoetermeer in den Niederlanden rechnet die Windkraftanlage mit Aussichtsplattform ebenfalls zu ihren Sehenswürdigkeiten.

Die Insolvenz von Flexstrom und Tarife mit Vorkasse

Im April 2013 musste mit Flexstrom erneut ein preiswerter Stromversorger Insolvenz anmelden. Diese betraf auch die Ökostrom anbietenden Tochtergesellschaften Löwenzahn und Optimalgrün und zeigte erneut, dass Tarife mit Vorkasse für den Stromverbraucher gefährlich sein können.

Kein Kunde wurde bei Flexstrom und den Tochtergesellschaften zur Bezahlung einer Vorkasse gezwungen. Vielmehr bestanden bei allen von der Insolvenz betroffenen Versorgern Tarifmodelle mit und ohne Vorkasse. Wenn Verbraucher ihren wahrscheinlichen Stromverbrauch vorausbezahlt hatten, erhielten sie jedoch einen deutlichen Preisnachlass gegenüber Tarifen mit monatlichen Abschlägen. Verbraucherschützer raten regelmäßig von Vorkassentarifen ab, da die Kundengelder im Falle einer Insolvenz in die Insolvenzmasse eingehen. Somit erleiden Verbraucher Verluste, wenn sie ihren Stromverbrauch bereits zu Beginn des Lieferjahres bezahlt haben und ihr Versorger insolvent wird. Dass Flexstrom als Mitursache für die Insolvenz die schlechte Zahlungsmoral der Kunden angab, ist ein Hinweis darauf, dass die meisten Verbraucher sich gegen Vorkassentarife entschieden hatten.

Der Insolvenzverwalter erstellt eine Abschlussrechnung zu dem Datum, an welchem die Belieferung durch Flexstrom endete. Hierbei handelt es sich zumeist um das Datum der Kündigung des Netzzuganges durch den jeweiligen Netzbetreiber. Sollte dieser gegenüber Flexstrom keine Kündigung aussprechen, bleibt der Liefervertrag bis zur ordnungsgemäßen Kündigung durch den Kunden oder durch den Insolvenzverwalter bestehen. Während der Verbraucher eine Stromnachzahlung von Flexstrom an den Insolvenzverwalter bezahlen muss, wird das vorhandene Guthaben Bestandteil der Insolvenzmasse. Stromkunden in Vorkassentarifen haben fast immer Guthaben, da sie bereits den erwarteten Verbrauch eines Jahres bezahlt hatten, während die Insolvenz bereits nach einigen Monaten Vertragslaufzeit eingetreten ist.

Das Beispiel von Flexstrom und zwei Tochterunternehmen zeigt erneut, dass Tarife mit Vorkasse für den Verbraucher Risiken bergen. Dasselbe gilt bei überhöhten Abschlägen, zumal diese faktisch mit einer teilweisen Vorkasse vergleichbar sind. Idealerweise wählen Verbraucher nicht nur Stromtarife mit monatlichen Abschlägen, sondern vergleichen zusätzlich die Höhe der Vorauszahlungen auf die Jahresabrechnung regelmäßig mit dem aktuellen Verbrauch. Eine Anpassung der Abschlagszahlungen ist bei Stromtarifen mit monatlicher Zahlung grundsätzlich möglich.