Studieren mit 17 aber darf man als Minderjähriger auch einen Stromvertrag abschließen?

Die Verkürzung der Schulzeit führt dazu, dass immer mehr Menschen ihr Studium im Alter von siebzehn Jahren beginnen. Sie sind noch nicht volljährig und dürfen keine Verträge abschließen. Ihren Mietvertrag unterschreiben die Eltern, wie aber sieht die rechtliche Situation beim Stromvertrag aus?

Junge Studierende müssen einen Stromvertrag abschließen, wenn sie in eine eigene Wohnung einziehen. Wenn sie zunächst in ein Studentenwohnheim ziehen, ist der Strombezug in der Miete enthalten, ein ähnliches Verfahren wenden Vermieter an, wenn sie die Zimmer einer Etage einzeln an Studierende vermieten. Bei der Gründung einer Wohngemeinschaft kann ein bereits volljähriges Mitglied den Stromliefervertrag abschließen, so dass sich die Frage nach der Vertragsfähigkeit nur stellt, wenn noch nicht volljährige Studienanfänger alleine wohnen.

Grundsätzlich setzt der Abschluss eines Stromliefervertrages die Volljährigkeit voraus, so dass der Versorger verlangt, dass der Vertragsabschluss zunächst mit einem Erziehungsberechtigten erfolgt. In diesem Fall bietet sich die Ummeldung des Stromvertrages auf den Studenten oder die Studentin an, sobald das Kind volljährig wird. Da der Stromversorger in diesem Fall eine Schlussabrechnung mit seinem bisherigen Kunden vornimmt, muss der Zählerstand zum Datum der Ummeldung abgelesen werden. In der Grundversorgung ist eine telefonische Ummeldung möglich, während bei Sonderverträgen die Schriftform vorausgesetzt wird. Anstelle der anfänglichen Anmeldung auf ein Elternteil ist der Vertragsabschluss unter dem Namen des studierenden Kindes möglich, wenn dem Versorger eine schriftliche Zustimmung eines Erziehungsberechtigten vorliegt.

Einige junge Studenten umgehen die eigentlich erforderliche Vorlage der elterlichen Zustimmung beziehungsweise die Anmeldung der Stromversorgung bis zur Volljährigkeit über die Eltern, indem sie dem Versorger ihr Geburtsdatum verschweigen. Dieses Verhalten ist nur beim Strombezug über den Grundversorger möglich, da dieser zur Lieferung verpflichtet ist, während Wahlversorger Stromlieferaufträge ohne Nennung des Geburtsdatums wegen der nicht möglichen Bonitätsprüfung grundsätzlich ablehnen. Der unbeabsichtigte Vertragsabschluss mit minderjährigen Kunden kann jedoch zu rechtlichen Schwierigkeiten führen, wenn dieser die Stromrechnung nicht ordnungsgemäß bezahlt. Der Gesetzgeber könnte die Problematik lösen, indem er regelt, dass die Erlaubnis zum Bezug einer eigenen Wohnung automatisch die Einwilligung in den Abschluss eines Stromliefervertrages bewirkt.

Sozialtarife in der Stromversorgung

Bei jeder sich abzeichnenden Strompreiserhöhung fordern einige Politiker Sozialtarife. Tatsächlich kann die Politik vergünstigte Strompreise für ärmere Bevölkerungsschichten in der Grundversorgung durchsetzen, zumal an allen großen Energieversorgern auch Kommunen beteiligt sind, während örtliche Stadtwerke zumeist als Eigenbetrieb einer Stadt oder einer Gemeinde geführt werden. Zudem steht es jedem Stromlieferanten frei, bei Wahltarifen besondere Vergünstigungen für von ihm definierte Kundengruppen einzuführen. Die Möglichkeit zum Angebot besonderer Stromtarife für Arbeitslose, Studenten, Rentner oder andere über ein geringes Einkommen verfügende Bevölkerungsgruppen besteht bereits, sie wird aber von extrem wenigen Versorgern genutzt. Möglicherweise erscheinen Sondertarife ihnen als nicht werbewirksam genug, obgleich ihre Einführung den Bekanntheitsgrad eines Stromversorgers durch eine umfassende Berichterstattung in der Presse schlagartig erhöhen würde.

Auch wenn die Forderungen nach Sozialtarifen durch die Politik als populistisch einzustufen sind, verwundert ihre geringe Verbreitung dennoch. Einige wenige Gesellschaften wie E.ON bieten innerhalb ihres Grundversorgungsgebietes freiwillig Sozialtarife an, während bundesweite Angebote nicht bekannt sind. Es trifft zu, dass der Staat Stromversorgern keinen Ausgleich zahlt, wenn diese Sozialtarife anbieten. Ein zwingendes Argument gegen das Angebot vergünstigter Stromtarife für einkommensschwache Bevölkerungsschichten lässt sich daraus aber nicht ableiten. Ein Kinobetreiber erhält ebenfalls keine staatliche Rückvergütung, wenn er Rentnern, Arbeitslosen und Studierenden einen Teil des Eintrittspreises erlässt. Dennoch bieten viele Kinos entsprechende Ermäßigungen an, auch um die entsprechenden Personenkreise als Kunden zu gewinnen. Ist es nicht ebenfalls wahrscheinlich, dass ein Stromversorger, welcher bundesweit Sozialtarife anbietet, dank seiner Tarifgestaltung den Kundenkreis enorm erweitern wird? Er erhält zusätzlich zu einem verbesserten Image kostenlose Werbung, da sowohl Blogger als auch Presseorgane über die Einführung sozialer Stromtarife umfassend informieren werden.

Die flächendeckende Einführung von Sozialtarifen für die Stromlieferung erfolgt, sobald Versorger das mit den entsprechenden Sondertarifen verbundene Kundenpotential als gewinnbringend erkennen. Die Politik kann Haushalte jedoch sofort entlasten, indem sie pro Verbraucher und Jahr den absoluten Mindestbedarf von eintausend Kilowattstunden mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz belegt und die Stromsteuer für dieselbe Strommenge reduziert.

EEG – Verbraucher zahlen und Stromproduzenten sparen

Die EEG-Umlage steigt ab dem Kalenderjahr 2013 auf mehr als fünf Cent je Kilowattstunde. Mit der Umlage beteiligen sich alle Verbraucher an den Kosten für den Aufbau von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Die dezentrale Energieerzeugung ist ebenso wie die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energieträgern sinnvoll und angesichts der Endlichkeit fossiler Energieträger sowie auf Grund des Ausstieges aus der Atomenergie unerlässlich. Zu hinterfragen ist jedoch die Tatsache, dass Verbraucher die Kosten für die Errichtung von Energieerzeugungsanlagen alleine tragen, während große Stromerzeuger sparen.

Einen großen Teil der sich besonders stark auf die Höhe der EEG-Umlage auswirkenden Solarstromanlagen haben Privatpersonen auf den Dächern ihrer Einfamilienhäuser errichtet. Weitere Anlagen wurden von Unternehmen und Landwirten aufgebaut. Die Errichtung der Anlagen zur Energieerzeugung durch Privatpersonen, Landwirte und kleinere Unternehmen führt zu erheblichen Einsparungen der großen Energieunternehmen. Diese zahlen zwar hohe Preise für die gesetzlich vorgeschriebene Abnahme des erzeugten Ökostromes, erhalten ihre Mehrkosten aber über die EEG-Umlage erstattet. Da der Gesetzgeber die Abschaltung der Atomkraftwerke verbindlich beschlossen hat und die Stromproduktion durch herkömmliche Anlagen auf Grund der Bestimmungen zur Luftreinhaltung ebenfalls sinken muss, sind eigentlich die großen Stromerzeuger zum Bau eigener Anlagen zur Produktion von Ökostrom verpflichtet. Dieser Verpflichtung können sie sich zu einem großen Teil entziehen, da zahlreiche dezentrale Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien errichtet werden.

Während die Höhe der EEG-Umlage in den Medien thematisiert wird, erwähnen nur wenige Artikel die Einsparungen der großen Energieerzeuger auf Grund der Bestimmungen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes. Tatsächlich wirken sich die verringerten Kosten der Stromkonzerne für den Bau der Ökostrom-Erzeugungsanlagen langfristig positiv auf ihr Geschäftsergebnis aus, da nicht sie, sondern die zahlreichen Eigentümer der dezentralen Anlagen die anfallenden Abschreibungen durchführen und deren Wertverlust zu tragen haben. Vollständig aus dem Bau moderner Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom haben sich die großen Stromkonzerne selbstverständlich nicht zurückgezogen, einige Windparks und andere Anlage errichten sie ebenfalls.

Tarife mit automatischer Ablesung und monatlicher Abrechnung

Der technische Fortschritt ermöglicht den Einbau von Stromzählern mit Fernablesung. Langfristig ist mit dem Auswechseln aller bisherigen Stromzähler durch fernablesbare Zähler zu rechnen, zurzeit werden die besonderen Verbrauchsmessgeräte nur auf Wunsch des Kunden eingebaut, wenn dieser einen Sondervertrag abschließt. Moderne Zähler ermöglichen sowohl die zeitabhängige Berechnung als auch die monatliche Abrechnung des Stromverbrauches; diese ist üblicherweise ein kostenloser Bestandteil der entsprechenden Tarife.

Viele Verbraucher betrachten die Bezahlung des tatsächlichen Stromverbrauches anstelle einer monatlichen Abschlagszahlung und der jährlichen Abrechnung als eine besonders faire Form der Begleichung ihrer Energiekosten. Eine Zwischenabrechnung ist auf Wunsch des Kunden zwar auch in anderen Tarifen grundsätzlich möglich; allerdings darf der Versorger für diese Dienstleistung zusätzliche Entgelte berechnen, während sie bei Tarifen mit automatischer Fernablesung zu den integrierten Vertragsleistungen gehört. Wenn exakt der monatliche Verbrauch abgerechnet wird, gewährt der Kunde weder dem Versorger einen zinslosen Kredit durch überhöhte Abschlagszahlungen noch droht ihm eine hohe Nachzahlung infolge der Jahresrechnung. Bei der Lieferung von Haushaltsstrom ist die exakte Abrechnung des monatlichen Verbrauches sinnvoll, zumal die Schwankung im Verbrauch zwischen den Wintermonaten und der Sommerzeit gering ausfällt. Der geringfügige Mehrverbrauch im Winter entsteht nur teilweise durch den größeren Bedarf an Kunstlicht, sondern vorwiegend dadurch, dass sich die meisten Menschen während der dunklen Jahreszeit häufiger als im Sommer in ihrer Wohnung aufhalten.

Einige Stromversorger bieten die Fernablesung des Stromzählers sowie die monatliche Abrechnung auch in Verbindung mit einer Nachtspeicherheizung an. Diese Variante ist Verbrauchern nur bedingt zu empfehlen, da die Unterschiede der monatlichen Stromrechnung sehr groß ausfallen, wenn der Strom auch zum Beheizen der Wohnung verwendet wird. Der Kunde zahlt bei einer monatlichen Abrechnung zwar insgesamt nicht mehr für seinen Stromverbrauch als bei traditionellen Abschlägen, er muss aber in der Heizperiode sehr hohe Kosten tragen, während bei traditionellen Stromabschlägen die Heizkosten auf das gesamte Lieferjahr verteilt sind.

Mehr als fünf Cent je kWh für die Ökostromförderung ab 2013

Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Prognose bezüglich der Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2013 abgegeben. Diese beläuft sich auf 5,227 Cent je Kilowattstunde, während sie für das laufende Jahr 2012 lediglich 3,592 Cent beträgt. Die Steigerungsrate beläuft sich somit auf mehr als sechsundvierzig Prozent; sie war von 2009 auf 2010 ebenso wie von 2010 auf 2011 noch wesentlich höher. Angela Merkel hatte die Annahme geäußert, die EEG-Umlage würde den Wert von 3,5 Cent je Kilowattstunde nicht wesentlich überschreiten. Ihre Prognose hat sich nicht bestätigt, zudem hat der Gesetzgeber versäumt, eine Begrenzung der Umlage festzuschreiben.

Grundsätzlich handelt es sich bei der EEG-Umlage um eine sinnvolle gesetzliche Regelung. Netzbetreiber speisen den dezentral mittels erneuerbarer Energieträger erzeugten Strom ein, wofür der Erzeuger eine Vergütung deutlich oberhalb des Marktpreises erhält. Die Mehrkosten werden auf die Verbraucher umgelegt, so dass sich jeder Stromnutzer am Aufbau einer alternativen Energieerzeugung beteiligt. Die ursprünglich aus Gründen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit eingeführten Befreiungen für energieintensive Betriebe sind inzwischen so extrem ausgeweitet worden, dass sie zu einer ernsthaften Mehrbelastung für Verbraucher führen. Zusätzlich ist die durch alternative Energien erzeugte Strommenge deutlich höher als ursprünglich erwartet.

Die Politik hat durchaus Maßnahmen getroffen, um einer übermäßigen Erhöhung der EEG-Umlage zu begegnen. Sie reduzierte für neue Anlagen die Vergütungssätze und führte eine absolute Mengenbegrenzung für den besonders geförderten Solarstrom ein. Diese Maßnahmen reichen alleine jedoch nicht zur Deckelung der EEG-Umlage auf die selbst von der Regierung gewünschte Höhe aus, zumal eine Reduzierung der Einspeisevergütungen bei bestehenden Anlagen ausgeschlossen ist.

Stromversorger müssen die EEG-Umlage auf ihren Rechnungen gesondert ausweisen. Daraus folgt nicht, dass sie die höheren Kosten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vollständig an ihre Kunden weitergeben müssen. Dank der gesunkenen Preise an der Leipziger Strombörse besteht die Möglichkeit, dass einige Versorger einen Teil der Mehrbelastung auffangen können. Da aber auch eine Erhöhung der Netznutzungsentgelte zu erwarten ist, müssen wohl spätestens Mitte 2013 alle Verbraucher spürbare Mehrkosten für Strom tragen.

Strom sparen mit der Energieberatung durch den Energieversorger

Neben der Wahl eines geeigneten und günstigen Stromtarifes können Verbraucher durch Energieeinsparung wirksam ihre Stromrechnung verringern. Wertvolle Tipps, um Strom zu sparen, bieten neben Verbraucherverbänden und den Betreibern einiger privater Internetseiten auch die Energieversorger an.

Die Energieberatung der Stromversorger besteht nicht nur aus Stromspartipps auf der Webseite des Versorgers beziehungsweise in kostenlos erhältlichen Broschüren, sondern auch aus einer persönlichen Beratung und dem Verleih von Strommessgeräten. Mit den entsprechenden Geräten lässt sich der Stromverbrauch eines jeden elektrischen Gerätes kontrollieren und mit dem Normverbrauch vergleichen, so dass sogenannte Energiefresser erkennbar werden. Energieversorger verleihen ihre Strommessgeräte üblicherweise kostenlos gegen eine zu stellende Kaution, welche der Entleiher nach der Rückgabe zurückerhält.

Dass Stromversorger ihre Kunden hinsichtlich einer Energieeinsparung beraten, erscheint zunächst ungewöhnlich, da sie mit dieser Maßnahme ihren eigenen Umsatz verringern. Historisch geht die Pflicht der Energieversorger zur Energieberatung ihrer Kunden auf die Zeit des Strommonopols zurück. Bis Mitte 1999 war jeder Verbraucher an den örtlichen Versorger gebunden und konnte seinen Stromlieferanten nicht selbst auswählen. Eine der auf Grund der Monopolstellung zu erbringenden zusätzlichen Leistungen war die kostenlose Energieberatung der Stromkunden durch den örtlichen Versorger. Nach der Aufhebung der Monopole haben die örtlichen Grundversorger diese Aufgabe weitergeführt, zumal sie weiterhin automatisch als Stromlieferant eintreten, wenn der Kunde sich nicht für einen Wahlversorger entscheidet. Die Stromversorger verstehen die Energieberatung als Bestandteil ihrer Dienstleistung. Sie verkaufen nicht einfach die verbrauchte Energiemenge, sondern verstehen die Anleitung zur sparsamen Energieverwendung als Bestandteil ihres Produktes. Tatsächlich verzichten Verbraucher häufig auf einen zunächst geplanten Anbieterwechsel, wenn ihnen die Energieberatung ein ausreichendes Einsparpotential zeigt. Die hinsichtlich der Kundenbindung positive Wirkung der Energieberatung lässt sich überwiegend darauf zurückführen, dass Verbraucher ihre Stromkosten weniger anhand des Preises für eine Kilowattstunde als vielmehr anhand der von ihnen zu zahlenden Gesamtkosten für ihren Stromverbrauch berechnen.

Wie zuverlässig sind Strompreis-Vergleichsseiten?

Strompreis-Vergleichsseiten bieten dem Verbraucher die Möglichkeit, mit wenigen Angaben den für ihn günstigsten Stromlieferanten zu finden. Sie berücksichtigen neben den Angaben zum Verbrauch und dem Wohnort auch weitere Vorgaben des Kunden, so dass die Auswahl von Ökostrom ebenso möglich ist wie die wahlweise Berücksichtigung eines einmaligen Wechselbonus. Ebenso kann der Kunde auf allen Preisvergleichsseiten angeben, ob er Tarife mit Vorkasse akzeptiert oder nicht. Dass die Strompreis-Vergleichsseiten je nach Wohnort, Verbrauch und weiteren Kundenvorgaben unterschiedliche Lieferanten als besonders günstig anzeigen, ist ein Indiz für die Sorgfalt, mit welcher sie die Wünsche des Kunden bearbeiten. Eine genauere Untersuchung der Zuverlässigkeit einer Stromvergleichsseite berührt vor allem die Frage der Aktualität und die Prüfung der Vollständigkeit der von der jeweiligen Webseite berücksichtigten Tarife.

Die Betreiber der Strompreisvergleichsseiten erhalten von Energieversorgern eine Prämie, wenn der Vertragsabschluss nachvollziehbar über ihre Webseite erfolgt. Einige Lieferanten gewähren aus diesem Grund die einmalige Wechselprämie nicht, wenn die Anwerbung ihres Neukunden über eine entsprechende Seite erfolgte. Tatsächlich rechnet keine Vergleichsseite in diesem Fall den Neukundenbonus ein, allerdings weist auch kein Seitenbetreiber darauf hin, dass bei einem nicht über seinen Link erfolgenden Abschluss eine weitere Ersparnis möglich ist. Das ist durchaus verständlich, sofern der Nutzer der Preisvergleichsseite nicht den Eindruck hat, dass diese vollkommen uneigennützig betrieben oder nur durch Werbung finanziert wird. Einige wenige Stromversorger weigern sich, Provisionen für die Vertragsvermittlung an Vergleichsportale zu zahlen. Je nach Seitenbetreiber werden diese entweder ohne Link oder gar nicht bei den Ergebnissen aufgeführt. Wenn die Vergleichsseite die Angebote der Provisionsverweigerer nicht aufführt, bietet sie entgegen der Nutzererwartung keinen vollständigen Angebotsüberblick. Üblicherweise findet sich ein entsprechender Hinweis in den Nutzungsbedingungen der Seite, deren Lektüre dringend zu empfehlen ist. Hinsichtlich der Aktualität bemühen sich alle Betreiber von Strompreisvergleichsportalen, aktuelle Daten zu verwenden. Angesichts der recht häufigen Angebotsänderungen einiger Versorger lassen sich Verzögerungen bei der Aktualisierung der Angaben nicht immer vermeiden, so dass der Kunde die Preise und Bedingungen unbedingt auf der Seite des Energieanbieters verifizieren muss.

Netzbetreiber und Lieferant – zwei unterschiedliche Marktrollen

Regelmäßig rufen Kunde nach einem erstmaligen Wechsel an der Hotline des bisherigen Energieversorgers an und erkundigen sich, wieso dieser weiterhin ihren Zähler abliest. Sie übersehen dabei, dass die Ablesung nicht durch den örtlichen Grundversorger, sondern durch den Netzbetreiber erfolgt.

In vielen Fällen ist ein Stadtwerk oder ein Regionalversorger sowohl Netzbetreiber als auch Grundversorger. Beide Aufgabenbereiche sind auf Grund der gesetzlichen Anforderungen an die Marktrollentrennung jedoch strikt zu trennen, so dass es sich um zwei getrennte Betriebe innerhalb eines Unternehmens handelt. Wer als direkter Mitarbeiter oder auch als Angestellter in einem Dienstleistungs-Callcenter Zugang zu Kundendaten hat, darf nicht gleichzeitig die Daten des Netzbetriebes einsehen können. Aus diesem Grund weiß der Mitarbeiter im Call-Center des Versorgers nicht, ob ein bei ihm nicht belegter Zähler zu einer Leerwohnung gehört oder ob der Bewohner der zugehörigen Wohnung von einem anderen Lieferanten mit Strom versorgt wird. Einige Daten wie Zählerstände müssen in beiden Systemen identisch geführt werden; diese Daten tauschen die Rechner der Netzbetreiber und der Lieferanten automatisch aus. Die Mitarbeiter der Unstimmigkeiten zwischen dem Lieferanten und dem Netzbetreiber bearbeitenden Clearing-Stelle müssen für die Durchführung ihrer Arbeit zwingend auf Daten aus beiden Bereichen zurückgreifen können; sie dürfen jedoch keinen direkten Kontakt zu Kunden haben. Mit der strengen Trennung der Marktrollen stellt der Gesetzgeber sicher, dass ein mit dem Netzbetreiber assoziierter Lieferant keinen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber Mitbewerbern verfügt.

Für den Kunden bedeutet die Marktrollentrennung, dass er in bestimmten Fällen wie der Bekanntgabe des Zählerstandes, soweit dieser nicht ausnahmsweise direkt vom Versorger angefordert wurde, oder auch bei einer Störung den Netzbetreiber und nicht den Stromlieferanten anrufen soll. Die Mitarbeiter des Versorgers können für den Netzbetreiber bestimmte Nachrichten zwar über ein internes Nachrichtensystem weiterleiten, dabei geht gegenüber der direkten Wahl des richtigen Ansprechpartners aber Zeit verloren. Zudem verursacht die vermeidbare Weiterleitung von Informationen Kosten, so dass sie zu erhöhten Strompreisen beiträgt.

Ungerechtigkeit am Strommarkt: Große Unternehmen werden von den Netzkosten befreit

Eine der Ursachen der Strompreiserhöhungen im aktuellen Jahr ist eine neu eingeführte Industrieumlage bei den Netzgebühren. Diese Umlage wurde erforderlich, da nach einer Entscheidung der Bundesregierung Konzerne eine Befreiung von den Netzentgelten beantragen können, sobald sie mindestens zehn Gigawattstunden Strom innerhalb eines Jahres verbrauchen. Während die Bundesregierung ursprünglich vermutete, dass etwa 150 Unternehmen einen entsprechenden Antrag stellen würden, haben tatsächlich innerhalb kurzer Zeit 250 Konzerne die erfolgreich die Befreiung von den Netzkosten beantragt. Da die Netzbetreiber nicht auf Einnahmen verzichten können, müssen private Haushalte ebenso wie alle nicht unter die Befreiungsmöglichkeit fallende Unternehmen die Kosten der Maßnahme tragen. Die Umlage erhöht die Stromkosten zwar nur um 0,15 bis 0,2 Cent je verbrauchter Kilowattstunde, sie stößt jedoch angesichts zahlreicher Belastungen der Stromkunden auf Verärgerung.

Der Stromkunde zahlt in Deutschland die Netzrechnung nicht direkt an den Stromnetzbetreiber, sondern leistet seinen Anteil an den Netzkosten durch die Begleichung der vom Versorger zugeschickten Stromrechnung, wobei dieser die Netzkosten einpreist und zu Informationszwecken gesondert angibt. Wenn Lieferanten die neue Industrieumlage nicht oder erst verspätet in den Strompreis einrechnen, tragen sie die Kosten selbst. Dieser Effekt tritt bei den meisten mit einer Preisgarantie verbundenen Stromlieferverträgen ein, da die Lieferanten sich zwar zusätzliche Steuern ebenso wie eine Veränderung der EEG-Umlage als Ausnahmegründe für eine Preisanpassung trotz der Garantie vorbehalten haben, weitere Umlagen aber nicht unter die Ausschlussklausel fallen. In jedem Fall werden auch Kunden mit einer Preisgarantie im Stromliefervertrag die Umlage nach dem Ablauf der Garantiefrist zahlen; lediglich die Energieversorgung Wangerland hat als einziges Unternehmen erklärt, die Mehrkosten aus dem eingeplanten Gewinn zahlen zu wollen. Die begünstigten Großkonzerne halten ihre Befreiung von den Netzentgelten für gerechtfertigt. Sie behaupten, durch die hohe und regelmäßige Nachfrage nach Energie zur Netzstabilität beizutragen. Dieses Argument ist für Verbraucherverbände nicht nachvollziehbar, diese fordern eine Rücknahme der Befreiung großer Konzerne von den Stromnetz-Entgelten.

Die Nachteile der Braunkohle als Energieträger zur Stromgewinnung

Braunkohle lässt sich leicht zur Stromgewinnung verwenden, die in Deutschland abbaubaren Vorräte reichen bei gleichbleibender Fördermenge für mehr als zweihundert Jahre, die weltweiten Lagerstätten können den Bedarf sogar für fast dreihundert Jahre decken. Der Abbau der Braunkohle erfolgt im Tagebau, so dass keine kostspieligen Stollen gegraben werden müssen. Zudem sind die Arbeitsbedingungen im Tagebau wesentlich angenehmer als bei der Förderung von Steinkohle im Untertagebau. Dennoch ist die Verwendung der Braunkohle zur Stromgewinnung mit zahlreichen Nachteilen verbunden.

Der auffälligste Nachteil der Braunkohleförderung im Tagebau ist die Zerstörung von Dörfern und Siedlungen. Die Ortschaften, auf deren Gebiet sich förderfähige Mengen an Braunkohle befinden, werden üblicherweise umgesiedelt, wodurch gewachsene dörfliche Strukturen oftmals zerstört werden. Die im Rahmen der Braunkohlegewinnung zerstörten Naturflächen lassen sich durch Aufforstung wieder rekultivieren, während der Neuaufbau zerstörter Dörfer an ihrem alten Platz grundsätzlich nicht erfolgt. Auch wenn die Kosten der Umsiedlung vollständig durch das die Braunkohle fördernde Unternehmen übernommen werden, stößt die Entscheidung für eine Erweiterung der Fördergebiete zunehmend auf den Protest der örtlichen Bevölkerung. Ohne den Abriss bestehender Siedlungen lässt sich die Braunkohlegewinnung jedoch nicht fortführen, da die einzelnen Lagerstätten nach einigen Jahren ausgebeutet sind.

Ein weiterer Nachteil der Braunkohle besteht in der Umweltbelastung. Während die Betreiber der Braunkohlekraftwerke durch moderne Filteranlagen den Ausstoß von Staubpartikeln und Flugasche weitgehend vermeiden, fällt das hinsichtlich der Klimaveränderung bedenkliche eigentlich ungiftige Gas Kohlendioxid unvermeidbar an. Durch eine verbesserte Ausnutzung der in der Braunkohle gespeicherten Energie lässt sich der Kohlendioxid-Ausstoß der Braunkohle-Kraftwerke durchaus verringern, dessen vollständige Vermeidung ist jedoch technisch nicht möglich. In der Praxis ist Braunkohle weiterhin der fossile Brennstoff mit der höchsten Kohlendioxid-Belastung. Obgleich die Braunkohle nur zu elf Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland beteiligt ist, verursacht sie mehr als die Hälfte des mit dieser verbundenen Ausstoßes an Kohlendioxid.