RWE unter neuer Leitung

Peter Terium ist seit dem ersten Juli 2012 Vorstandsvorsitzender der RWE. Seine Ansichten weichen deutlich von den Auffassungen seines Vorgängers Jürgen Großmann ab. Der neue RWE-Chef wurde 1963 im niederländischen Nederweert geboren und hat sich bei der Eingliederung von Essent in die RWE-Gruppe bewährt. Neben den wirtschaftlichen Herausforderungen der Fusion hat er auch auf die schwierige Gefühlslage vieler Essent-Mitarbeiter geachtet, die sich aus der Übernahme eines niederländischen durch ein deutsches Unternehmen ergab. Bei der Entscheidung für den neuen Vorstandsvorsitzenden bevorzugten kommunale RWE-Anteilseigner jedoch Rolf Martin Schmitz, dieser bildet in der nominellen Funktion des Stellvertreters eine Doppelspitze mit Peter Terium.

Bereits die ersten Äußerungen Peter Teriums nach seiner Ernennung zum RWE-Vorstandsvorsitzenden ließen aufhorchen. Während Jürgen Großmann vehement den Atomstrom verteidigt hatte, bekennt sich Peter Terium zum Atomausstieg und zur von seinem Vorgänger kritisch gesehenen Solarenergie. Tatsächlich hatte die RWE auch unter der Führung Jürgen Großmanns ihre Anstrengungen im Bereich erneuerbarer Energien deutlich ausgeweitet, die Öffentlichkeit nahm aber eher die Aussagen zugunsten der Atomkraft und der Kohle wahr. Am meisten verärgerte Jürgen Großmann die deutsche Bevölkerung und ihre Politiker, als er sich 2011 unmittelbar nach dem Kernkraftwerksunglück in Japan für das Festhalten an der Atomkraft aussprach. Er behauptete zwar, im Interesse der Aktionäre gehandelt zu haben; diese äußerten sich aber entweder nicht oder widersprachen ihrem Vorsitzenden ausdrücklich. Peter Terium hat hingegen den weltweiten Ausstieg der RWE aus der Atomkraft angeordnet. Damit verzichtet der Konzern auch in den Ländern, welche noch keinen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen haben, auf diese.

Jürgen Großmann hat erfolgreich eine aufkommende wirtschaftliche Schieflage des RWE-Konzernes vermieden. Er hat durch ungeschickte öffentliche Äußerungen jedoch das Ansehen des Unternehmens bei Verbrauchern und kommunalen Anteilseignern verschlechtert. Peter Terium steht vor der wirtschaftlich schwierigen Aufgabe, die Abkehr von der Atomenergie und den forcierten Aufbau erneuerbarer Energien ohne einen übermäßig großen Gewinneinbruch zu bewältigen. Mit Sicherheit erreicht er eine Verbesserung des Images seines Unternehmens, da seine Äußerungen der Politik der Bundesregierung und den Erwartungen der Bevölkerung an einen modernen Energieversorger entsprechen. Die RWE-Aktionäre akzeptieren eine vorübergehende Verringerung ihrer ohnehin recht hohen Dividende, wenn diese mit einem Image-Gewinn verbunden ist. Sie haben erkannt, dass für einen langfristigen Unternehmenserfolg und eine künftige Dividendenrendite das Image ihres Energieversorgers bedeutsam ist.

Die Energiewende und die großen Versorger

Die großen Energieversorger Deutschlands reagierten zunächst ablehnend auf die Energiewende, während kleinere Lieferanten und Stadtwerke die Bundesregierung überwiegend sofort nach der entsprechenden Ankündigung unterstützt hatten. Die Ursache für die Reaktion der großen Versorger war nicht, dass sie keinen Ökostrom anbieten, entsprechende Tarifoptionen lassen sich schon seit vielen Jahren bei jedem Versorger finden. Vielmehr wehrten sich die großen Energieversorger gegen die Energiewende, weil ihre Konzerne auch in der Energieerzeugung tätig sind und in diesem Bereich Atomkraftwerke betreiben. Die Stadtwerke konnten der Bundeskanzlerin bei der Energiewende sofort zustimmen, da sie ihren Strom entweder in kleinen Kraftwerken und oft aus erneuerbaren Energien selbst erzeugen oder bei einem der großen Stromerzeuger einkaufen. Die Stadtwerke können sich darauf verlassen, dass ihre Vorlieferanten weiterhin Strom erzeugen – wenn nicht in Atomkraftwerken, dann durch andere Energieträger. Gleichzeitig haben viele Stadtwerke ihre eigene Energieerzeugung aus regenerativen Trägern sofort nach der Ankündigung der Energiewende ausgeweitet. Die dezentrale Struktur der innerstädtischen Stromerzeugung ermöglichte diesen Schritt. Für Lieferanten, welche ausschließlich mit Strom handeln und keine eigene Erzeugung vornehmen, wirkt sich die Energiewende nur indirekt aus. Sie kaufen auf Grund des veränderten Angebotes mehr Strom aus erneuerbaren Energien ein und verändern entsprechend die Stromkennzeichnung ihrer Energielieferung, Sorgen wegen der weiteren Verwendung eigener Kraftwerke müssen sie sich nicht machen.

Stellvertretend für alle großen Versorger preschte der damalige RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann vor und drohte, wegen der Energiewende auf Schadenersatz zu klagen. Die starke Kritik, welche auch RWE-Aktionäre äußerten, wurde von den anderen großen Energieunternehmen wahrgenommen, so dass sie auf vergleichbare Meinungsäußerungen verzichteten. Die Kosten für die Energiewende wirken sich während der nächsten Jahre auf die Dividenden der großen Energieunternehmen aus. Im Gegensatz zu fast allen DAX-Unternehmen mussten E.ON und RWE ihre Dividendenzahlungen spürbar verringern. Weder bei E.ON noch bei RWE führte die Dividendensenkung zu Protesten; die Aktionäre haben vielmehr die verringerte Ausschüttung angenommen. Sie akzeptieren, dass auch sie ihren finanziellen Beitrag zur Energiewende leisten müssen. RWE plante glücklicherweise ohnehin einen Wechsel an der Konzernspitze, der neue Vorstandsvorsitzende Peter Terium äußerte sich positiv zu erneuerbaren Energien und erklärte den Rückzug des RWE-Konzernes aus allen ausländischen Beteiligungen an Atomkraftwerken; E.ON hat zumindest in Großbritannien auf den geplanten Neubau eines Atomkraftwerkes verzichtet.

Beim Wechsel Verbrauchspreise beachten

Viele Verbraucher orientieren sich bei der Wahl ihres Stromanbieters an der Abschlagshöhe und wechseln diesen sogar, wenn sich der Abschlag verändert. Tatsächlich hat der Abschlag keine Aussagekraft über den tatsächlich zu zahlenden Strompreis. Jeder Versorger erhebt regulär entweder elf oder zwölf Abschläge; der Unterschied besteht darin, dass einige Stromlieferanten im Fälligkeitsmonat der Jahresrechnung auf den Abschlag verzichten. Eine verspätete Erstellung der Jahresrechnung führt dazu, dass entweder ein Monatsabschlag weniger als üblich erhoben werden kann oder im ersten Monat ein Doppelabschlag zu zahlen ist. Während der Doppelabschlag sofort auffällt, merken die meisten Kunden eine Verringerung der Anzahl der Abschläge nicht und vermuten versehentlich, dar Abschlag wäre deutlich erhöht worden. Nicht selten kündigen Verbraucher ihren Stromvertrag auf Grund einer Abschlagserhöhung. Bei Verträgen mit vereinbarten Laufzeiten müssen sie natürlich die Kündigungsfrist einhalten, da eine Abschlagserhöhung keine Preiserhöhung darstellt. Schließlich werden die gezahlten Abschläge mit den tatsächlichen Stromkosten verrechnet.

Einige wenige Stromanbieter nutzen die Verwechslung des Abschlages mit dem Strompreis aktiv aus und bieten Neukunden extrem günstige Abschläge an. Selbst wenn diesen in einem einzigen Bild der tatsächliche Verbrauchspreis und der Abschlag angezeigt wird, orientieren sich viele von ihnen bei der Entscheidung für einen Stromanbieter am Abschlag. Als extrem kurzfristige Verhaltensweise ist das möglicherweise nachvollziehbar, denn der Kunde legt den Abschlagsbetrag zunächst aus. Spätestens nach einem Jahr erfolgt jedoch die exakte Abrechnung und der einen geringen Abschlag bezahlt habende Verbraucher muss einen hohen Betrag nachzahlen, während Kunden mit hohen Abschläge eine Rückerstattung erhalten. Die Wahl des Stromversorgers anhand der Abschläge ist in keinem Fall sinnvoll, maßgeblich sollten vielmehr die Verbrauchspreise, die Stromkennzeichnung und der Service des Anbieters sein.

Auch wenn Stromlieferanten den Abschlag nicht als Marketingmaßnahme einsetzen, können sie nicht den Wünschen aller Kunden gerecht werden. Während einige Verbraucher bewusst überhöhte Abschläge zahlen, akzeptieren andere wegen des Zinsvorteiles eine Nachzahlung. Die vom Stromversorger festgesetzte Abschlagshöhe ist grundsätzlich ohnehin ein Vorschlag, den der Verbraucher durch einen einfachen Anruf ändern kann. Die meisten Versorger reduzieren Abschläge auf Wunsch um zehn bis dreißig Prozent ohne weitere Angaben, in anderen Fällen erfragen sie eine Begründung und den aktuellen Zählerstand. Eine Abschlagserhöhung lässt sich ohne Angabe des Grundes immer vereinbaren.

Flexibilisierung des Anbieterwechsels – Wechsel nicht nur zum Monatsbeginn möglich

Als der Strommarkt im August 1999 liberalisiert wurde, war die freie Wahl des Energieversorgers anfänglich an zahlreiche Voraussetzungen gebunden. Anfänglich war der Wechsel des Stromversorgers davon abhängig, dass zwischen dem neuen Lieferanten und dem damals noch zumeist mit dem Grundversorger verbundenen Netzbetreiber ein Netznutzungsvertrag abgeschlossen wurde; die Pflicht zum Abschluss eines solchen Vertrages war während der ersten Monate der Marktliberalisierung noch nicht gesetzlich definiert. Nach einem Neueinzug bestand damals die Jahresbindung an den Grundversorger, wenn der Verbraucher nicht vor der ersten Stromnutzung einen Liefervertrag mit einem Stromlieferanten seiner Wahl abgeschlossen hatte. Die Jahresbindung wurde zunächst freiwillig von den meisten auch überregional tätigen Lieferanten und Anfang der 20er Jahre durch den Gesetzgeber aufgehoben, so dass der Stromlieferant zu jedem Monatsersten gewechselt werden konnte. Viele Lieferanten schlossen Verträge außerhalb ihres Grundversorgungsgebietes nur zum Monatsbeginn ab. Wenn der Verbraucher während des Monats in eine neue Wohnung einzog, musste er eigentlich bis zum nächsten Monatswechsel einen Vertrag beim Grundversorger abschließen. In der Praxis erfassten die Sachbearbeiter des gewählten Versorgers den Zählerstand zum tatsächlichen Einzugsdatum und werteten diesen als Anfangsstand zum nächsten Monatsersten, wodurch der Kunde ein paar Tage Grundgebühr sparte. Der Vertragsbeginn zum konkreten Einzugsdatum war zwar möglich; da der Anbieterwechsel aber nur zum Monatsbeginn erfolgen konnte, bevorzugten viele Anbieter dieses Datum bei allen Verträgen.

Seit April 2012 besteht die Bindung des Anbieterwechsels an den Monatsbeginn nicht mehr, so dass jeder Stromkunde zu jedem beliebigen Datum seinen Stromversorger wechseln kann. Konsequenterweise wird seitdem auch der Neueinzug zu jedem gewünschten Datum vorgenommen. Kunden können aus der Grundversorgung mit einer Frist von vierzehn Tagen jederzeit zu einem anderen Versorger wechseln; aus bestehenden Sonderverträgen ist der Anbieterwechsel selbstverständlich nur zu den vereinbarten Daten möglich. Da die bisherigen Sonderverträge grundsätzlich an einem Monatsersten wirksam wurden, finden auch weiterhin viele Anbieterwechsel zum Monatsbeginn statt. Eine Nebenfolge der Flexibilisierung des Wechseldatums besteht darin, dass der bisherige Versorger auch bei einer Kündigung wegen Umzuges mitten im Monat den Kündigungsgrund nicht mehr erkennen kann, sofern dieser nicht ausdrücklich angegeben wird. Entsprechend stellt er jede Kündigung ohne ausdrücklichen Hinweis auf einen Umzug als durch einen Anbieterwechsel verursacht ein, so dass der Netzbetreiber den Kunden automatisch erneut anmelden wird, wenn sich kein neuer Verbraucher für den Zähler meldet. Damit ist nach der Flexibilisierung des Anbieterwechsels bei einem Auszug die Angabe des entsprechenden Kündigungsgrundes gegenüber dem Lieferanten noch wichtiger als früher.

Die Ablesung des Stromzählers

Viele Stromkunden wundern sich, wenn nach dem Wechsel des Stromanbieters der Außendienstmitarbeiter des bisherigen Versorgers ihren Zähler abliest. Dabei unterliegen sie zunächst dem Irrtum, dass ein Mitarbeiter des örtlichen Stromgrundversorgers den Zähler ablesen würde. Tatsächlich handelt es sich beim Außendienstler um einen Mitarbeiter des Netzbetreibers. Auch wenn die strikte Trennung zwischen Netzbetreibern und Versorgern schon seit einigen Jahren gesetzlich vorgeschrieben ist, hat sie sich im Bewusstsein der Bevölkerung kaum verankert. Tatsächlich sind Netz und Vertrieb zwei getrennt voneinander arbeitende Unternehmen, auch wenn sie oftmals demselben Konzern oder demselben Stadtwerk angehören und der erste Teil ihres Namens entsprechend identisch ist. Wenn kein Zugang zum Zähler möglich ist, erhalten Kunden eine Ablesekarte zugeschickt. Die grundsätzliche Selbstablesung der Stromzähler haben die meisten Netzbetreiber wieder aufgegeben, da zu viele Verbraucher nicht geantwortet hatten. Von der üblichen Ableseweise muss abgewichen werden, wenn die Marktrolle des Messstellenbetreibers nicht vom Netzbetreiber wahrgenommen wird; in diesen seltenen Fällen fordert das Netz den Betreiber des Zählers zur Feststellung und Übermittlung des Zählerstandes auf.

Zuständig für die Ermittlung des Zählerstandes und somit für die Ablesung des Stromzählers ist grundsätzlich der Netzbetreiber; er kann einen Dienstleister beauftragen. Der Netzbetreiber liest alle Stromzähler seines Netzgebietes ab, unabhängig davon, welcher Lieferant den Endkunden versorgt. Anhand des Ableseergebnisses schreibt der Netzbetreiber die Stromrechnung für die Stomdurchleitung, welche auch als Netzrechnung bezeichnet wird, an jeden einzelnen Lieferanten. Die Mitarbeiter der Rechnungsstelle des Netzbetreibers wissen nur, welcher Lieferant einen einzelnen Zähler versorgt. Sie dürfen wegen der Marktrollentrennung nicht wissen, welcher Endkunde über diesen versorgt wird. Der Lieferant kann seinem Abnehmer mit den vom Netzbetreiber erhaltenen Verbrauchsdaten die Jahresrechnung für den Stromverbrauch schreiben, er kann aber auch einen abweichenden Zeitpunkt für ihre Erstellung vereinbart haben und den benötigten Ablesestand zeitnah beim Kunden erfragen. Zumindest die Grundversorger erstellen ihre Verbrauchsrechnungen überwiegend zeitnah nach der Ablesung durch den Netzbetreiber, da sie dann keinen weiteren Zählerstand anfordern müssen. Wenn Verbraucher wegen einer Preisänderung oder aus persönlichen Gründen einen Zwischenstand angeben möchten, haben sie jederzeit dazu die Gelegenheit. Sie teilen ihren Ablesestand dem Versorger mit; sobald dieser den Stand mit dem Grund “Informations- oder Abgrenzungsstand durch Kunden erhalten“ einpflegt, verschickt das Kommunikationssystem automatisch eine Meldung an den Netzbetreiber, so dass beide Seiten über identische Ableseergebnisse verfügen.

Wasser und Wind sind traditionelle Energiequellen

Wind- und Wassermühlen

Wasser- und Windkraftwerke werden heute von vielen Menschen als neue technische Errungenschaften angesehen. Tatsächlich hat die Verwendung von Wind und Wasser für die Energieerzeugung jedoch eine sehr lange Tradition.

Diese zeigt sich besonders in Gegenden mit zahlreichen Windmühlen oder Wassermühlen. Die in ihnen erzeugte elektrische Energie wurde zwar nicht in das Stromnetz eingespeist, sondern ausschließlich zum direkten Antrieb der Mühlräder genutzt. Wenn der Müller eine Windmühle nutzte, musste er mit dem Mahlen des Getreides warten, bis ausreichend Wind wehte. Eine Wassermühle wurde hingegen in den meisten Fällen an einem kleinen Wasserfall errichtet, wo sie regelmäßig Energie zum Betrieb der Mühlräder erzeugen konnte.

Besonders Windmühlen wurden in alten Zeiten nicht ausschließlich von Müllern eingesetzt, um mit ihrer Hilfe das Getreide zu mahlen. Auch für das Auspressen von Ölsaaten sowie für die Verarbeitung von Hölzern in Sägewerken nutzten unsere Vorfahren die kostenfreie Windenergie.
Selbst die Maschinen der Walzwerke wurden früher durch Windmühlen angetrieben.

Die besondere Herausforderung der Windenergie, dass nicht regelmäßig ausreichend Wind zur Verfügung steht, galt selbstverständlich auch in der Vergangenheit. Gelöst wurde sie grundsätzlich dadurch, dass die Arbeit verrichtet wurde, wenn der Wind stark genug wehte.

Heutige Windräder können als Nachfolger der Windmühlen betrachtet werden. Der Wind dreht die Flügel eines Windrades heute ebenso an wie vormals die einer Windmühle. Der wichtigste Unterschied zwischen einer früheren Windmühle und einem heutigen Windrad besteht darin, dass die von der modernen Anlage erzeugte Energie in das Stromnetz eingespeist und nicht sofort verbraucht wird.

Ebenso arbeiten viele Wasserkraftwerke nach dem von der traditionellen Wassermühle bekannten Prinzip, sie benötigen jedoch in der Regel auf Grund der verlangten Leistung ein größeres Gefälle. Wassermühlen an kleineren Flüssen lassen sich somit nicht für die Energieeinspeisung reaktivieren, sie dienen vielmehr bevorzugt als touristisches Ausflugsziel und sprechen besonders den Bereich der Naherholung an.

Der Verteilnetzbetreiber

Der Verteilnetzbetreiber unterhält das örtliche Stromnetz und ist für dessen Wartung zuständig. Daraus folgt, dass bei Störungen in der Stromversorgung der Netzbetreiber und nicht der Lieferant angerufen werden soll. Des Weiteren ist der Verteilnetzbetreiber dafür verantwortlich, dass bei Bedarf in die Stromleitung wachsende Bäume zurückgeschnitten werden.
Auch wenn der Verteilnetzbetreiber so gut wie immer zu einem Unternehmen gehört, welches Strom verkauft, ist der Netzbetrieb kaufmännisch und personell vom Stromvertrieb getrennt.

Die Aufgabe des Messstellenbetreibers ist eigentlich von der Marktrolle des Verteilnetzbetreibers unabhängig, in der Realität nimmt der Verteilnetzbetreiber die entsprechenden Tätigkeiten jedoch häufig ebenfalls wahr. In diesem Fall ist seine Entscheidung maßgeblich, wenn zwischen zwei Lieferanten oder dem Kunden und seinem Lieferanten über den Zählerstand gestritten wird. Wenn bei einem Umzug oder einem Lieferantenwechsel kein gemeldeter Stand vorliegt, beauftragt der Verteilnetzbetreiber die Ablesung; alternativ kann er auch eine Schätzung des Stromverbrauchs vornehmen.

Der Verteilnetzbetreiber meldet Kunden, welche sich nicht innerhalb der vorgegebenen Frist von sechs Wochen angemeldet haben, in die Grundversorgung an. Ebenso meldet er Leerstände an den Grundversorger, damit dieser die Zählergebühren beim Hausbesitzer einfordern kann. Wenn eine Kündigung mit dem Grund Lieferantenwechsel beim Netzbetreiber eingeht und keine Neuanmeldung der Belieferung erfolgt, nimmt das Verteilnetz automatisch eine Anmeldung des entsprechenden Kunden beim Grundversorger vor.
Wenn eine Stromsperre infolge eines Zahlungsverzugs durchgeführt werden soll, beauftragt der Lieferant den Netzbetreiber mit der Durchführung dieser Maßnahme. Grundsätzlich kann jeder Versorger einen solchen Auftrag erteilen, faktisch bevorzugen die meisten Unternehmen jedoch die Kündigung ihrer säumigen Zahler, sofern ihnen nicht als Grundversorger eine Pflicht zur Belieferung obliegt.

Während jeder Kunden den Stromversorger selbst wählen kann, entscheidet sich die Kommune für einen Verteilnetzbetreiber und überträgt die Konzession zur Nutzung des öffentlichen Raums auf diesen. Inzwischen planen mehrere Städte und Gemeinden die Rücknahme eines vormals verkauften Stromnetzes. Ein Wechsel des Verteilnetzbetreibers bewirkt keine automatische Änderung des Grundversorgers mehr, da als dieser das Unternehmen gilt, welches in einer Kommune die meisten Kunden versorgt.

Standby kostet Geld

Die Standby-Funktion eines technischen Gerätes dient der Bequemlichkeit des Nutzers, da sie Voraussetzung für die Anwendung einer Fernbedienung ist. Nachdem Fernsehgeräte in vielen Haushalten nie vollständig ausgeschaltet werden, hat sich inzwischen die Standby-Schaltung selbst bei der Kaffeemaschine eingebürgert. Der große Vorteil besteht darin, dass der Nutzer die Kaffeezubereitung vom Bett aus starten kann und sofort nach dem Aufstehen über frischen Kaffee verfügt.
Der Drucker wird zwar relativ selten genutzt, dennoch bleibt er im Standby-Betrieb eingeschaltet, damit ein erforderlicher Ausdruck sofort gestartet werden kann.

Die durch das Standby gebotene Bequemlichkeit hat jedoch im wörtlichen Sinn ihren Preis. Da das elektrische Gerät nicht vollständig ausgeschaltet wird, verbraucht es im Bereitschaftsmodus selbstverständlich Strom. Je nach technischer Ausstattung eines Haushaltes können die vermeidbaren Stromkosten, welche durch den Standby-Betrieb verursacht werden, fünfzig und mehr Euro im Jahr betragen. Angesichts stetig steigender Strompreise bietet der weitgehende Verzicht auf das Standby eine relativ einfache Möglichkeit zur Einsparung von Energiekosten. Zu beachten ist aber, dass manche moderne Geräte nicht mehr vollständig abgeschaltet werden können, sofern sie mit dem Stromnetz verbunden bleiben. In diesem Fall bietet sich die Anschaffung einer abschaltbaren Steckdosenleiste an. Dass der weitgehende Verzicht auf die Nutzung der Standby-Funktion mit dem zum Ein- und Ausschalten notwendigen Weg zum Gerät verbunden ist, stellt keinen ernsthaften Nachteil dar. Ein wenig mehr Bewegung erweist sich für fast jeden Menschen als sehr sinnvoll.

Der Drucker sollte nur dann eingeschaltet werden, wenn er tatsächlich benötigt wird.

Einige technische Anwendungen lassen den Verzicht auf die Standby-Funktion tatsächlich nicht zu. Wenn das Fax-Gerät nicht im Bereitschaftsmodus geschaltet bleibt, muss jeder Sender einer Fernkopie diese zunächst telefonisch ankündigen, was nicht sinnvoll ist. Vermeidbare Standby-Anwendungen sollten aber abgeschaltet werden, damit die Stromrechnung in Zukunft geringer ausfällt. Neben der persönlichen Ersparnis ist die Verringerung des privaten Energieverbrauchs natürlich auch aus Umweltschutzgründen sinnvoll.

Elektrofahrräder

Elektrofahrräder werden nicht alleine von älteren Menschen benutzt, sondern sie verbessern zugleich die Mobilität in bergigen Regionen.
Grundsätzlich unterschieden werden muss zwischen einem Pedelec und einem E-Bike. Bei einem Pedelec schaltet sich der Motor nur zu, wenn der Fahrer gleichzeitig in die Pedalen tritt, rechtlich gilt es als Fahrrad und erfordert keinen Führerschein. Ein E-Bike fährt hingegen auch, wenn es ausschließlich mit Motorkraft betrieben wird und darf nur mit einer gültigen Mofa-Prüfbescheinigung oder einem Führerschein gefahren werden. Des Weiteren darf ein E-Bike nur auf Radwegen benutzt werden, wenn diese durch ein Zusatzschild ausdrücklich für Mofas freigegeben sind. Ebenso benötigt das E-Bike im Gegensatz zum Pedelec ein gültiges Versicherungskennzeichen. Der Fahrer eines Pedelecs ist durch die private Haftpflichtversicherung abgesichert, deren Abschluss in Deutschland nicht vorgeschrieben ist. Das Lenken eines Pedelecs ohne Haftpflichtversicherungsschutz ist zwar erlaubt, empfohlen kann es jedoch nicht werden.
Ein Fahrradhelm ist in Deutschland weder beim Fahren auf einem Pedelec noch auf einem E-Bike vorgeschrieben.

Bei der Entscheidung für ein konkretes Elektrofahrrad ist die Reichweite des Akkus wichtig. Diese lässt sich besonders bei einem Pedelec deutlich erhöhen, wenn der Motor tatsächlich nur bei Steigungen zugeschaltet wird. Allerdings besitzt der Akku eines Elektrofahrrades ein beachtliches Eigengewicht, so dass erfahrungsgemäß viele Nutzer zu einer häufigeren Zuschaltung des Motors neigen. Die meisten Elektrofahrräder bieten ihrem Benutzer eine Reichweite zwischen vierzig und achtzig Kilometern. Dieser Wert ist nicht optimal, baldige Verbesserungen sind wahrscheinlich.

Die Akkus aller Elektrofahrräder können einfach und schnell an der häuslichen Steckdose aufgeladen werden, spezielle Ladestationen sind nicht erforderlich. In Regionen mit einem starken Fahrradtourismus bieten einige Gaststätten ihren Gästen das teilweise Aufladen ihrer Akkus als zusätzliche Serviceleistung an. Das nicht vollständige Aufladen führt bei modernen Akkus ebensowenig zu einer Verringerung der Ladekapazität wie das Nachladen eines noch nicht vollständig geleerten Stromspeichers. Bei älteren Geräten lassen sich beide Effekte jedoch regelmäßig beobachten.

Unterschiede im Service der Stromanbieter

Die meisten Strompreisvergleiche berücksichtigen ausschließlich die Preise und nicht den Service der unterschiedlichen Anbieter. Zu den grundlegenden Unterschieden bei den Serviceleistungen der Stromversorger gehört die telefonische Erreichbarkeit ebenso wie die Schnelligkeit der Reaktion auf schriftliche Anfragen. Während einige Anbieter nur zu den klassischen Bürozeiten erreichbar sind, schalten andere ihre Hotline bis in den späten Abend. Auch bei den Kosten für einen Anruf bestehen große Unterschiede, kostenlose Rufnummern bieten dem Kunden den besten Service, einige Versorger kommunizieren ausschließlich eine kostspielige 01805-Rufnummer.
Wenn der Kunde sich zu einer schriftlichen Kontaktaufnahme entschließt, zeigt sich guter Service in einer schnellen und umfassenden Antwort.
Einige Unternehmen werben mit einem Zertifikat, welches vom TÜV oder einem vergleichbaren Institut ausgestellt wird, wenn die Service-Qualität vorgegebenen Mindestkriterien entspricht.

Nicht selten muss mit der Jahresrechnung ein unerwartet hoher Betrag bezahlt werden. Versorger mit gutem Service bieten in diesem Fall die Möglichkeit einer gebührenfreien Ratenzahlung an, während ein schlechter Service dadurch gekennzeichnet ist, dass eine solche nicht oder nur unter Berechnung einer hohen Gebühr genehmigt wird. Stromanbieter mit gutem Service akzeptieren den begründeten Wunsch ihrer Kunden nach einer Senkung oder Erhöhung des Abschlages und gewähren im Notfall einen Zahlungsaufschub.

Einen ersten Eindruck über die Service-Qualität eines Stromversorgers bietet der Blick auf dessen Webseite. Dort sind sowohl die Sprechzeiten als auch die Rufnummer des Anbieters zu finden. Die übersichtliche Gestaltung der Internet-Seite stellt ebenfalls einen Pluspunkt dar. Des Weiteren lässt sich auf der Webseite des Stromanbieters erkennen, ob dieser Broschüren zum Energiesparen und weiteren interessanten Themen anbietet.
Die meisten Informationen über den Service der einzelnen Stromanbieter erhält der Verbraucher jedoch, wenn er Berichte auf unterschiedlichen Meinungsforen liest.

Wie stark der Kunde die Service-Qualität bei der Entscheidung für einen Stromversorger berücksichtigt, bleibt letztendlich ihm überlassen. Es ist durchaus sinnvoll, für einen sehr guten Service einen geringen Mehrpreis gegenüber dem billigsten Anbieter zu akzeptieren.